Ratgeber

Zahnstein bei Katzen - Was kannst Du tun?

Bastian Behrens Aktualisiert am 3. Oktober 2020 5 Min. Lesezeit
Zahnstein bei Katzen - Was kannst Du tun?

Zahnstein bei Katzen kann richtig gefährlich werden, wenn er in großem Maße Auftritt, nicht rechtzeitig erkannt bzw. richtig behandelt wird.

Wir möchten Dir keine Angst machen, aber in diesem Artikel aufzeigen, warum es wichtig ist, sich auch um die Zahngesundheit von Katzen Gedanken zu machen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zahnstein ist ein Belag aus Futterresten, der das Zahnfleisch angreifen und Entzündungen auslösen kann.
  • Behandelt wird er beim Tierarzt, zum Beispiel mit Ultraschall unter Vollnarkose.
  • Zur Vorbeugung helfen Zähneputzen mit Katzen-Zahnpasta und Kauartikel wie Büffelhautknochen.
  • Gewöhne die Katze langsam an die Zahnbürste.

Als wir neulich beim Tierarzt zur jährlichen Impfung unserer Katzen waren, untersuchte dieser den allgemeinen Gesundheitszustand routinemäßig. Während dieser Untersuchung teilte die Tierärztin uns mit, dass bei Leo und Clio etwas Zahnstein zu sehen ist. Clio ist dabei etwas stärker betroffen, als Leo.

Als aufmerksamer Leser unseres Katzenblogs, kennst Du das Leben von Leo und Clio bereits. Zur Sicherheit hier aber noch einmal ein paar Fakten. Leo und Clio sind Brüder und wurden 2011 geboren. Einige Wochen später sind sie dann bei uns eingezogen.

Die beiden sind ausschließlich Wohnungskatzen (neuerdings Hauskatzen) und bekommen tagsüber immer das Trockenfutter von Sanabell. Bei den Geachmacksrichtungen variieren wir regelmäßig.

Häufig gibt es das Futter mit “Thunfisch-Geschmack”, weil die beiden total auf Thunfisch abfahren, aber hin und wieder auch die “Dental” Variante. Abends bekommen die beiden dann immer ihre Portion Nassfutter.

Wir achten bei der Auswahl darauf, dass das Futter keinen Zucker enthält und auch, dass die beiden genügend trinken. Zum Nassfutter geben wir immer noch etwas Wasser hinzu, damit sie darüber zusätzliche Flüssigkeit aufnehmen können. In unterschiedlichen Artikeln haben wir bereits darüber berichtet, wie Katzen mehr trinken oder wie gut ein Katzenbrunnen als Trinkquelle funktioniert.

Diagnose Zahnstein bei Katzen - Was nun?

Nach der Diagnose waren wir zunächst etwas ratlos, was die Folgen von Zahnstein angeht. Unsere Tierärztin klärte uns umgehend darüber auf, dass dieser Zahnstein das Zahnfleisch angreifen kann - wie auch im menschlichen Gebiss.

Das kann soweit gehen, dass Deine Katze unschöne Rötungen und Entzündungen im Mundbereich erleidet - im schlimmsten Fall!

Aber das möchten wir uns gar nicht so wirklich ausmalen. Daher stellten wir schnell die große Frage: Wie können wir diesen doofen Zahnstein umgehen oder entfernen?

Die Antwort war etwas skurril in unserer Vorstellung: Ganz klar, wie bei uns Menschen auch. Tägliches Zähneputzen hilft auch Katzen!

Denn Zahnhygiene ist auch bei Katzen das A und O. In freier Wildbahn wird der Zahnstein meist bei dem Verspeisen von wilden Tieren abgebaut. Die Knochen dieser Tiere sind hart genug, dass der Zahnstein bei Katzen durch das Reiben der Zähne an den Knochen entfernt wird. Eine gefangene Maus beispielsweise und das anschließende Verspeisen der Knochen kann nämlich ein guter Zahnbürstenersatz sein.

Wohnungskatzen leiden daher noch häufiger an Zahnstein, als freilaufende Katzen. Leider ist das für unsere lieben Wohnungskatzen aber keine Option - in unser Katzengehege wird sich höchstwahrscheinlich keine Maus verirren, während unsere Kater dort unterwegs sind.

Katzen beim Zahnstein entfernen unterstützen

Jetzt sollten wir unseren Katzen beim Zahnstein entfernen also helfen! Aber mit einer Zahnbürste? Ist das wirklich ernst gemeint?

Leichter gesagt als getan! Denn wenn Katzen etwas nicht kennen und das dann auch mit etwas Unangenehmem verbinden, dann werden sie sich mit allem, was sie haben, wehren.

Wir haben es leider versäumt, mit em Zähneputzen schon im Kittenalter zu beginnen. Zu dem Zeitpunkt kannst Du Deinen Katzen nämlich noch zeigen, dass das gar nicht schlimm ist und es zu einer Art Routine etablieren.

Ehrlich gesagt haben wir uns zu dem Zeitpunkt über Zahnstein keine Gedanken gemacht. Wir sind davon ausgegangen, wer auf Zucker verzichtet, kann gar keinen Zahnstein bekommen… Tja, falsch gedacht! Und jetzt haben wir den Salat.

Zahnstein kommt in den besten Katzenfamilien vor

Ca. 70 aller Katzen über drei Jahre leiden an Zahnstein. Dieser Zahnstein kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen.

Meist sind es Futterreste die als Belag auf den Zähnen kleben bleiben. Die erste Schicht ist noch relativ undramatisch. Aber wenn sich dann mehrer Schichten übereinander verhärten, wird es unschön.

Man merkt es auch an der Katze selbst, ohne dass man großartig auf die Zähne schauen muss. Ein erstes Anzeichen für Zahnstein bei Katzen ist nämlich ein übler Mundgeruch. Auch Clio riecht aus dem Mund etwas streng. Wir haben es aber nie auf den Zahnstein zurückgeführt. Und tatsächlich kann Mundgeruch bei Katzen natürlich auch andere Ursachen haben.

Meist entsteht der Zahnstein zuerst an den oberen und unteren Backenzähnen.

Neben dem Zähneputzen kannst Du es auch mit Zahnpflegeleckerlies probieren. Diese sind meist etwas größer als das normale Futter, sodass die Katzen mehr kauen müssen.

Eine natürliche Alternative für die Zahnpflege bei Katzen können Büffelhautknochen sein. Hier haben wir jedoch gelesen, dass nicht jede Katze wirklich Lust darauf hat. Wir selbst haben es noch nicht getestet, aber das werden wir auf jeden Fall noch tun und Dir dann natürlich an dieser Stelle berichten.

Aber Vorsicht! Bitte füttere Deinen Katzen niemals gekochte Geflügelknochen. Diese können bzw. werden splittern und somit schwere Verletzungen im Rachen und Verdauungstrakt verursachen.

Behandlung von Zahnstein bei Katzen

Die Tierärztin sagte, dass man den Zahnstein beispielsweise mit einer Ultraschallbehandlung behandeln kann. Dafür muss die Katze jedoch in eine Vollnarkose gelegt werden. Wie wir ja wissen, ist jede Narkose mit einem Risiko verbunden.

Bei Leo und Clio ist Zahnsteinbefall bisher glücklicherweise noch nicht so stark, dass sie einen Eingriff zum jetzigen bereits empfiehlt. Wahrscheinlich ist es in den nächsten Jahren dann aber soweit, dass der Zahnstein behandelt werden muss.

Da wir natürlich nicht wollen, dass Leo und Clio eine solche Behandlung über sich ergehen lassen müssen, werden wir nun deutlich stärker und konsequenter auf die Zahnhygiene achten.

Auf unserer ToDo-Liste stehen dabei folgende Maßnahmen

  • Büffelhautknochen
  • Katzen-Zahnpasta (diese gibt es sogar mit Hühnchengeschmack :-) )
  • Zahnpflegeleckerlies

Hast Du auch schon Erfahrungen mit Zahnstein bei Deinen Katzen machen müssen? Welche Behandlung war notwendig und was hast Du in der Folge getan, damit der Zahnstein sich nicht mehr bilden kann?

Übrigens hat auch der Zahnwechsel bei Katzen einen Einfluss darauf, wie gesund das spätere Gebiss wird.

Leo

Geschrieben von Bastian Behrens

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns