Ratgeber

Futter für Wohnungskatzen - Was fressen Katzen am liebsten?

Bastian Behrens Aktualisiert am 26. September 2026 9 Min. Lesezeit
Futter für Wohnungskatzen - Was fressen Katzen am liebsten?

Welches Futter Deine Wohnungskatzen gerne mögen, wirst Du sehr schnell herausfinden können, denn wie bei Menschen ist das eine Frage des Geschmacks.

Die meisten Wohnungskatzen lieben die Abwechslung. Es ist also nicht sinnvoll, eine ganze Palette Katzenfutter zu kaufen, bevor Du überhaupt wissen kannst, welche Futtersorte Deinen Katzen schmecken wird. Die Chance, dass Deine Katze es direkt verweigern wird, ist relativ groß.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wohnungskatzen brauchen weniger Energie als Freigänger, tägliches Spielen hilft gegen Übergewicht.
  • Bei Nassfutter auf Zucker und Getreide verzichten, das schadet langfristig.
  • Trinken fördern, zum Beispiel mit einem Trinkbrunnen, denn Katzen trinken von Natur aus wenig.
  • Katzengras oder Malzpaste geben Abwechslung, ein Teelöffel Joghurt oder Schmand ist als Leckerli in Ordnung.
  • Tabu sind Schokolade, Zwiebeln und Knoblauch, Kuhmilch und gekochte Geflügelknochen.

Darüberhinaus sind Katzen keine Freunde von großen Futtermengen auf einmal. “Maus”-große Portionen reichen in den meisten Fällen völlig aus. Lieber über den Tag verteilt mehrere solcher Mahlzeiten anbieten, als den ganzen Napf komplett zu füllen. Wir haben bei Leo das Problem, dass er einen ganzen Futternapf voll Nassfutter fressen würde - auf einmal. Dabei würde er aber so hektisch fressen, dass ihm das Essen kurze Zeit später wieder hochkommen wird.

Trockenfutter oder Nassfutter - welches Futter für Wohnungskatzen?

Diese Frage ist eine der am häufigsten gestellten. Reine Wohnungskatzen brauchen nicht so viel Energie in Form von Futter, wie eine Katze die tagein tagaus in der Natur unterwegs ist. Die Folge von einer zu hohen Energieaufnahme ist ein relativ schneller Gewichtsaufbau.

Damit Deine Wohnungskatzen genug Energie verbrennen, gehört die tägliche Spieleinheit zu den regelmäßigen Hausaufgaben dazu. Versuche mit Deiner Katze so zu spielen, dass diese viel hin- und herlaufen muss. Wir erreichen das zum Beispiel durch die Verfolgung von einem Spielzeugtier, das Leo sehr zuverlässig wieder zurück bringt. Das Thema Apportieren haben wir hier ein wenig ausführlicher behandelt.

Katzen sind in ihrem Ursprung Wüstentiere und reine Jäger, sodass das Fressen von Fleisch in ihrem Naturell liegt. Fleisch als Futter für Katzen kann man in verschiedenen Versionen füttern:

  • Frisches (rohes) Fleisch
  • oder Nassfutter

Wenn Du frisches Fleisch und Rohkost füttern möchtest, so nennt man das BARFen. Hierbei werden verschiedene Fleischsorten und -stücke verfüttert wie zum Beispiel kleine Hühnerherzen o.ä.

BARF wurde schlicht verweigert

Unseren ausführlicheren BARF-Test mit dem Hersteller SEITZ findest du im Artikel BARF von SEITZ.

Wir haben einige Proben direkt aus einem BARF-Laden in unserer Nähe erhalten, um einfach zu testen, ob unsere Katzen dieses Fleisch mögen. Leider haben sie all diese Proben komplett verweigert. Auch das Untermischen unter das normale Futter half nicht - sie ließen es schlicht liegen und kratzten demonstrativ neben dem Futternapf. Schade eigentlich, das ist schließlich die natürlichste und gesündeste Futtermethode.

Bei Nassfutter aus der Dose ist es wichtig, dass darauf zu achten, dass weder Zucker noch Getreide darin enthalten sind. Beide Zutaten sind für das Wohlbefinden und die langfristige Gesundheit von Katzen nicht zuträglich. Weiterhin ist das wohl ausschlaggebendste Kriterium der Fleischanteil, der natürlich möglichst hoch - idealerweise bei 100% sein sollte.

Die richtige Menge an Futter, hängt ein wenig von dem Zustand der Katze ab:

  • Wie viel Bewegung hat sie?
  • Wie groß ist sie?

Frag am besten deinen Tierarzt nach einer Empfehlung für die Portionierung.

Abwechslung vom Dosenfutter

Bei uns kommt hin und wieder auch ein kleines Stückchen rohes Hähnchenfleisch in den Futternapf. Darüber freuen sich Leo und Clio ganz besonders und fressen es genüsslich:

Das rohe Fleisch hat auch den Vorteil, dass Katzen dies deutlich intensiver kauen müssen, als beispielsweise Nassfutter. Durch das intensive Kauen, werden die Zähne ein bisschen gereigt, sodass sich weniger Zahnstein bei Katzen ablagern kann.

Trinken ist wichtig - Katzen und Trinken!

Auch wenn Katzen von Haus aus nicht zu den Tieren zählen, die enorm viel trinken, ist es wichtig, sie durch einige einfache Tricks zumindest häufig an das Trinken zu erinnern.

Katzen trinken beispielsweise sehr gerne aus fließenden Quellen. Da Deine Katze natürlich nicht die Chance hat, sich einen nahegelegenen Fluss zu suchen, kannst Du durch einen Trinkbrunnen für Katzen für eine spielerische Trinkquelle sorgen. Neben dem Spaßfaktor für die Wohnungskatzen kann dadurch auch die Häufigkeit des Trinkens erhöht werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre, an verschiedenen Stellen in der Wohnung unterschiedlich geformte Trinkschalen zu platzieren. Deine Wohnungskatze wird so häufiger an das Trinken erinnert und wird diese unterschiedlichen Möglichkeiten auch nutzen, um den kleinen Durst zwischendurch zu stillen.

Abwechslungen im Futter für Wohnungskatzen

Um eine Abwechslung in das Menü Deiner Katze zu bringen, kannst Du kleine Leckeries in Form von Schmand oder Joghurt zwischendurch geben. Natürlich nicht zu viel - ein Teelöffel reicht völlig aus.

Um Deiner Wohnungskatze auch ein bisschen Natur zu gönnen, kannst Du außerdem Katzengras oder Malzpaste kaufen. Vorsichtig solltest Du damit jedoch sein, wenn Deine eine Wohnung mit viel Teppich ausgestattet ist. Das Katzengras kann der Katze helfen, überschüssige Fellreste aus dem Magen durch Erbrechen zu entfernen.

Vom Kitten zur erwachsenen Katze: Unsere Fütterung

Als Leo und Clio klein waren, gab es Trockenfutter speziell für Kitten. Uns war ein hoher Fleischanteil und kein Zucker wichtig, damit die Katzen keine Zahnprobleme bekommen (mehr zu Zahnstein). Getreide hat im Katzenfutter aus unserer Sicht nichts zu suchen. Nach etwa einem Jahr haben wir auf ein Futter umgestellt, das die Zahngesundheit fördert. Das Trockenfutter steht bei uns den ganzen Tag frei zugänglich, beide fressen nur so viel, bis sie satt sind. An manchen Tagen bleibt etwas übrig.

Beim Nassfutter sind Katzen, zumindest unsere, sehr wählerisch. Wir haben verschiedene Marken probiert und sind bei einem Nassfutter im Gelee mit vergleichsweise hohem Fleischanteil und ohne Zucker geblieben, mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben (mehr im Artikel über das Aldi-Futter). Abends, kurz vor dem Schlafen, freuen sich beide darauf. Ein Schuss Wasser im Nassfutter sorgt dafür, dass sie täglich etwas mehr trinken.

Übergewicht: Wenn die Katze zunimmt

Katzen haben normalerweise keine Fressattacken und fressen nur bei Hunger. Trotzdem gibt es viele übergewichtige Katzen. Oft steckt zu wenig Bewegung dahinter, aus Langeweile oder nach der Kastration, denn kastrierte Katzen verbrauchen weniger Energie. Fettleibigkeit ist ein ernstes gesundheitliches Problem, halte Menge und Fütterungszeiten deshalb genau ein.

  • Diätfutter: Es hat weniger Fett und schmeckt oft weniger gut. Mische es zunächst in wachsenden Anteilen unter das gewohnte Futter, nach etwa einer Woche kannst du es pur probieren. Ob und welches Diätfutter passt, klärst du mit deinem Tierarzt, vor allem bei Nierenproblemen oder Durchfall.
  • Bewegung: Animiere deine Katze täglich zu Fang- und Versteckspielen. Dafür braucht es kein teures Spielzeug: Ein Pappschnipsel, eine Feder oder eine Holzperle an einer Schnur reichen.
  • Keine Extras: In der Abnehmphase gibt es keine Leckerlis beim Spielen.
  • Trinken: Sorge für genug Wasser, mehr dazu im Abschnitt zum Trinken.

Wie viel Futter deine Katze braucht, hängt von Gewicht, Alter und Aktivität ab. Reine Wohnungskatzen sind meist weniger aktiv als Freigänger und brauchen entsprechend weniger. Leo und Clio bekamen früher bei diesem Rhythmus etwa 70 bis 100 Gramm Nassfutter pro Tag zusätzlich zum frei stehenden Trockenfutter.

Wie oft füttern?

Am besten fütterst du mehrere kleine Portionen. Für Berufstätige ist ein Mittagessen selten machbar, dann reichen eine Portion morgens und eine abends. Kleine Portionen sind leichter verdaulich, junge, alte und kränkelnde Tiere vertragen bis zu fünf Mahlzeiten am Tag. Feste Zeiten helfen, denn der Magen gewöhnt sich daran und sendet zwischendurch weniger Hungersignale. Hat deine Katze Gewichtsprobleme, sollte sie keinen ständigen Zugang zu Trockenfutter als Snack haben.

Futterautomat: Wann er hilft und worauf du achten musst

Ein Futterautomat gibt zu festen Zeiten Futter frei und kann helfen, wenn du nicht den ganzen Tag ein Auge auf die Portionen haben kannst. Wir haben Modelle angeschaut, aber bei uns nicht dauerhaft genutzt. Darauf kommt es an:

  • Timer: Er ist der wichtigste Teil und muss zuverlässig laufen. Die meisten Geräte laufen mit Batterien. Sind sie leer, stehen die Katzen vor einem verschlossenen Napf. Nimm die Batterien heraus, wenn du den Automaten nicht benutzt.
  • Nassfutter: Dafür braucht der Automat Kühlmöglichkeiten, etwa Fächer für Coolpacks. Günstige Modelle haben oft nur zwei Fächer und damit nur zwei Fütterungszeiten.
  • Signal: Manche Geräte spielen einen aufgenommenen Ton ab, wenn sie Futter freigeben. Dann wissen die Katzen, dass es etwas gibt.
  • Stabilität: In Rezensionen liest man von Geräten, die Katzen aufbrechen konnten. Achte darauf, dass das Futterfach fest verschlossen bleibt.
  • Probelauf: Teste den Automaten in deiner Anwesenheit. Nimmt deine Katze den Futterplatz an, oder erschrickt sie beim Öffnen des Fachs?

Warum kratzt meine Katze vor dem Futternapf?

Nach einem erlebnisreichen Tag mit vielen größeren und kleineren Abenteuern ist ein gutes Abendmahl angesagt. Du hast Deiner Katze teures Futter mit einem sehr hohen Fleischanteil (im Gegensatz zu den billigeren Produkten, die oft mit tierischen Nebenerzeugnissen gefüllt sind) gekauft und möchtest Deiner Wohnungskatze etwas Gutes tun. Nicht immer ist es so, dass Katzen die gleichen Vorlieben haben wie wir, sodass es durchaus sein kann, dass sie (noch) gar keinen Hunger haben.

Ein klares Zeichen dafür ist ein Kratzen vor dem Futternapf. Der Hintergrund dieses Verhaltens ist auf einen natürlichen Instinkt zurückzuführen. Futter kann unter der Erde länger konserviert bleiben und wird durch das Eingraben für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben. Deine Katze ist möglicherweise also gerade satt und möchte sich die Mahlzeit für später aufbewahren.

Eine weitere Ursache könnte sein, dass Deiner Wohnungskatze das Futter nicht schmeckt. Manchmal ist es nur eine kurze Phase, manchmal kann es jedoch auch dauerhaft sein. Versuche am besten nicht zu viele verschiedene Futtermarken gleichzeitig zu füttern, um der Katze keine zu große Auswahl zu bieten.

Da Wohnungskatzen Feinschmecker sind, suchen sich das beste Futter aus und verschmähen ab sofort alle weniger attraktiven Futtersorten. Wenn sie jedoch gar nicht viele Sorten ausprobieren können, dann werden sie meistens gar nicht erst wählerisch.

Hinweis: Je mehr Nassfutter Deine Wohnungskatzen zu fressen bekommen, desto intensiver wird der Katzen-Kot riechen - also keine Sorge, wenn es aus dem Katzenklo stinkt.

Was dürfen meine Wohnungskatzen nicht fressen? Die Tabus der täglichen Fütterung

Katzen dürfen auf keinen Fall…

  • Schokolade und andere Süßigkeiten! Dies kann für Deine Wohnungskatze tödlich enden. Schokolade enthält Thebromin, das von Deiner Katze nicht verarbeitet werden kann.
  • Zwiebeln und Knoblauch! Dadurch werden bei Deiner Katze die roten Blutkörperchen zerstört, dies kann zu Blutarmut führen.
  • Normale Kuhmilch! Milch enthält Milchzucker (Laktose). Milchzucker verträgt Deine Wohnungskatze nicht so gut und es kann durchaus zu Durchfall kommen. Da Katzen aber Milch lieben, können kannst Du spezielle Katzenmilch servieren. Diese ist bereits Laktose reduziert und enthält weitere Wertvolle Stoffe, wie z.B. Taurin.
  • Knochen! Ganz besonders zu vermeiden sind gekochte Geflügelknochen, denn diese können beim Verzehren splittern und beschädigen im schlimmsten Fall die Magen-und Darmwände.

Fazit: Hochwertiges und artgerechtes Katzenfutter ist wichtig, damit Deine Katze lange bei bester Gesundheit leben kann. Neben einer ausgewogenen Ernährung ist auch das regelmäßige Trinken sehr wichtig. Katzen trinken selten ganz von alleine und müssen von uns Menschen immer wieder daran erinnert werden.

Leo

Geschrieben von Bastian Behrens

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns