Ratgeber

Katze chippen und registrieren: TASSO oder FINDEFIX?

Bastian Behrens Veröffentlicht am 26. September 2026 3 Min. Lesezeit

Ein Freigänger kann sich verlaufen, erschrecken und weglaufen oder bei einem Unfall den Weg nach Hause nicht mehr finden. Ein Halsband mit Adressanhänger hilft dabei nur bedingt, denn es kann abreißen oder sich lösen, mehr dazu im Artikel Katzenhalsband. Die zuverlässigere Lösung ist ein Mikrochip mit Registrierung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Mikrochip wird beim Tierarzt unter die Haut zwischen den Schulterblättern gesetzt, ähnlich wie eine Impfung.
  • Er kostet etwa 30 bis 70 Euro, die Registrierung bei TASSO ist kostenlos, bei FINDEFIX kostet sie knapp 20 Euro.
  • Ohne Registrierung bei einem Haustierregister bringt der Chip nichts: Erst die hinterlegten Kontaktdaten führen zu dir zurück.
  • Der Chip speichert nur eine Nummer, keinen Standort und keine persönlichen Daten.

Wie das Chippen abläuft

Der Transponder ist ein winziger Glaszylinder, etwa reiskorngroß. Der Tierarzt setzt ihn mit einer speziellen Injektionsnadel unter die Haut zwischen den Schulterblättern, eine Narkose ist dafür nicht nötig. Der Moment fühlt sich für die Katze ähnlich an wie eine Impfung, kurz unangenehm, aber schnell vorbei. Er arbeitet nach dem internationalen ISO-Standard 11784/11785, den auch Lesegeräte in Tierheimen, Tierarztpraxen und bei der Polizei europaweit nutzen können.

Was der Chip speichert und was nicht

Ein Missverständnis hält sich hartnäckig: Der Chip ortet die Katze nicht. Er ist ein passiver Transponder ohne eigene Stromquelle und sendet von sich aus gar nichts. Erst wenn ein Lesegerät in die Nähe kommt, gibt er eine 15-stellige Identifikationsnummer preis. Diese Nummer sagt für sich genommen nichts über den Halter aus, sie muss erst einem Haustierregister zugeordnet werden. Willst du wissen, wo sich deine Katze gerade aufhält, brauchst du stattdessen einen GPS-Tracker, der zusätzlich zum Chip angebracht wird.

Warum die Registrierung der eigentlich wichtige Schritt ist

Ein Chip ohne Registrierung ist wie ein Adressanhänger ohne Adresse: Die Nummer lässt sich auslesen, aber niemand weiß, wem die Katze gehört. Deshalb muss die Chipnummer bei einem Haustierregister mit deinen Kontaktdaten hinterlegt werden. Findet ein Tierheim, eine Tierarztpraxis oder die Polizei eine Katze, scannen sie den Chip und fragen die Nummer beim Register ab.

TASSO oder FINDEFIX

  • TASSO ist Europas größtes Haustierregister. Die Registrierung ist online in wenigen Minuten erledigt und komplett kostenlos.
  • FINDEFIX ist das Register des Deutschen Tierschutzbundes und verlangt eine einmalige Gebühr von knapp 20 Euro.

Beide Register arbeiten mit Tierärzten, Tierheimen und der Polizei zusammen, und beide funktionieren zuverlässig. Wichtiger als die Wahl zwischen den beiden ist, dass überhaupt registriert wird und die Kontaktdaten aktuell bleiben. Ziehst du um oder änderst deine Telefonnummer, denk daran, den Eintrag zu aktualisieren.

Gibt es eine Chip-Pflicht?

Eine bundesweite Pflicht, Katzen zu chippen, gibt es in Deutschland nicht. Einzelne Städte und Landkreise haben aber eine Katzenschutzverordnung erlassen, die für Freigänger Chip und Registrierung sowie meist auch eine Kastration vorschreibt. Ob das für deinen Wohnort gilt, erfährst du bei der Gemeinde oder dem zuständigen Ordnungsamt.

Der richtige Zeitpunkt

Am einfachsten lässt sich der Chip beim ohnehin fälligen Tierarztbesuch setzen, etwa im Rahmen der Grundimmunisierung oder der Kastration. Spätestens bevor eine Katze zum ersten Mal als Freigänger nach draußen darf, sollten Chip und Registrierung erledigt sein.

Häufige Fragen zum Chippen von Katzen

Tut das Chippen meiner Katze weh?

Kaum. Der Transponder wird mit einer etwas dickeren Injektionsnadel unter die Haut zwischen den Schulterblättern gesetzt, ähnlich wie bei einer Impfung. Eine Narkose ist nicht nötig.

Was kostet Chippen und Registrieren zusammen?

Das Setzen des Chips beim Tierarzt kostet meist 30 bis 70 Euro. Die Registrierung bei TASSO ist kostenlos, bei FINDEFIX fällt eine einmalige Gebühr von knapp 20 Euro an.

TASSO oder FINDEFIX: Was ist der Unterschied?

Beide sind etablierte deutsche Haustierregister, die mit Tierärzten, Tierheimen und der Polizei zusammenarbeiten. TASSO ist Europas größtes Register und die Registrierung ist komplett kostenlos. FINDEFIX gehört dem Deutschen Tierschutzbund und verlangt eine einmalige Gebühr. Beide erhöhen die Chance, dass eine entlaufene Katze zurückfindet, wichtig ist vor allem, dass überhaupt registriert wird.

Muss ich meine Katze chippen lassen?

Eine bundesweite Chip-Pflicht für Katzen gibt es in Deutschland nicht. Einzelne Städte und Landkreise schreiben sie für Freigänger im Rahmen der Katzenschutzverordnung vor, meist zusammen mit einer Kastrationspflicht. Informier dich bei deiner Gemeinde.

Speichert der Chip meinen Standort?

Nein. Der Chip ist ein passiver Transponder ohne eigene Stromquelle und sendet nichts von sich aus. Er speichert nur eine 15-stellige Nummer, die erst ein Lesegerät beim Scannen ausliest. Für eine Standortverfolgung brauchst du einen separaten GPS-Tracker.

Leo

Geschrieben von Bastian Behrens

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns