Zecken und Parasitenschutz bei Freigängern
Wer seine Katze freigehen lässt, gibt ihr Freiheit – und damit auch Kontakt zu Zecken, Flöhen und Würmern, den eine reine Wohnungskatze so nicht hat. Ganz vermeiden lässt sich das nicht, gut vorbereiten schon.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Freigänger sollten laut ESCCAP mindestens viermal im Jahr entwurmt oder per Kotprobe kontrolliert werden.
- Ein Zeckenschutz gehört bei Freigängern ganzjährig dazu, nicht nur im Sommer.
- Zecken nie mit Öl oder Klebstoff entfernen, sondern mit einer Zeckenzange oder -karte.
- Nach einem Zeckenstich auf Fieber, Appetitlosigkeit oder Lahmheit achten.
Warum Freigänger ein größeres Risiko haben
Draußen streifen Katzen durch hohes Gras, Gebüsch und über den Waldrand, genau dort, wo Zecken auf einen Wirt warten. Auch Flöhe und die Eier von Würmern nehmen Freigänger leichter auf als eine Wohnungskatze, etwa beim Fressen von Beutetieren oder beim Kontakt mit anderen Katzen. Das heißt nicht, dass Freigang ungesund ist, aber es heißt, dass die Vorsorge intensiver ausfallen sollte als bei einer reinen Wohnungskatze.
Entwurmung: Wie oft ist nötig?
Nach den Empfehlungen von ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) sollten Freigänger mindestens viermal im Jahr entwurmt werden, alternativ lässt sich der Bedarf über eine Kotprobenuntersuchung beim Tierarzt klären, statt pauschal zu behandeln. Wie oft es bei deiner Katze wirklich sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko ab: Jagt sie häufig Mäuse, ist eine engmaschigere Kontrolle sinnvoller als bei einer zurückhaltenden Freigängerin. Sprich das am besten in der nächsten Tierarztpraxis konkret an.
Zeckenschutz das ganze Jahr
Viele denken bei Zecken nur an den Sommer, dabei sind die Tiere schon ab wenigen Grad über null aktiv, also oft schon im Februar und noch im November. ESCCAP empfiehlt deshalb eine ganzjährige Anwendung eines Ektoparasitizids (Spot-on, Tabletten oder Halsband je nach Produkt) nach dem vom Hersteller angegebenen Intervall. Welches Präparat zu deiner Katze passt, entscheidet die Tierarztpraxis, denn nicht jedes für Hunde zugelassene Mittel ist für Katzen geeignet oder gar ungefährlich.
Zecke gefunden: So entfernst du sie richtig
- Werkzeug: Eine Zeckenzange, eine Zeckenkarte oder eine spitze Pinzette. Öl, Klebstoff oder Nagellackentferner sind ungeeignet, sie verzögern nur die Entfernung und erhöhen eher das Risiko.
- Ansetzen: So nah wie möglich an der Haut, am Kopf der Zecke, ohne ihren Körper zu quetschen.
- Herausziehen: Langsam, gleichmäßig und gerade nach oben, nicht drehen oder rucken.
- Nachsorge: Die Einstichstelle desinfizieren und in den folgenden Tagen beobachten.
Findest du die Zecke ungünstig platziert oder traust du dir die Entfernung nicht zu, macht das auch die Tierarztpraxis.
Warnzeichen nach einem Zeckenstich
Zecken können Krankheitserreger wie Anaplasmose, Babesiose oder Borreliose übertragen, bei Katzen kommt das seltener vor als bei Hunden, ausschließen lässt es sich aber nicht. Beobachte deine Katze in den Wochen nach einem Fund und geh zur Tierarztpraxis, wenn eines dieser Anzeichen auftritt:
- Fieber oder auffällige Mattigkeit
- Appetitlosigkeit
- Lahmheit oder Schonhaltung
- eine stark gerötete oder geschwollene Einstichstelle
Vorsorge insgesamt
Parasitenschutz ist nur ein Teil der Freigänger-Vorsorge. Dazu gehören außerdem die Grundimpfungen und ein Mikrochip mit Registrierung, damit deine Katze im Ernstfall gefunden und richtig versorgt werden kann.
Häufige Fragen zu Zecken und Parasiten bei Freigängern
Wie oft sollte ich meinen Freigänger entwurmen?
ESCCAP empfiehlt für Freigänger mindestens vier Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr, bei Katzen, die viel jagen, kann es häufiger sinnvoll sein. Wie oft es bei deiner Katze wirklich nötig ist, klärst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Brauchen Freigänger das ganze Jahr über einen Zeckenschutz?
Ja. ESCCAP rät zur ganzjährigen Anwendung eines Ektoparasitizids nach den Herstellerangaben zum Anwendungsintervall, weil Zecken schon bei milden Temperaturen im Frühjahr und Herbst aktiv sind.
Wie entferne ich eine Zecke bei meiner Katze richtig?
Mit einer Zeckenzange oder -karte möglichst nah an der Haut ansetzen, ohne den Körper der Zecke zu quetschen, und sie langsam und gerade herausziehen. Hausmittel wie Öl oder Klebstoff sind ungeeignet und verzögern nur die Entfernung.
Woran erkenne ich, dass meine Katze nach einem Zeckenstich krank wird?
Achte in den Wochen danach auf Fieber, Appetitlosigkeit, Lahmheit oder Teilnahmslosigkeit. Ist die Einstichstelle stark gerötet oder geschwollen, oder zeigt deine Katze eines dieser Symptome, gehört sie in die Tierarztpraxis.
Kann meine Katze sich von der Katzenminze auch Parasiten einfangen, wenn sie draußen wächst?
Nein, Katzenminze selbst hat damit nichts zu tun. Zecken warten aber gern in hohem Gras und Gebüsch, also überall dort, wo sich Freigänger auch gern aufhalten.

