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Katze kotzt ständig - Was tun, wenn deine Katze häufig erbricht?

Bastian Behrens Aktualisiert am 1. November 2018 6 Min. Lesezeit
Katze kotzt ständig - Was tun, wenn deine Katze häufig erbricht?

Turbulente Tage liegen hinter uns in denen wir uns häufiger Sorgen machen mussten. Wir haben unterschiedliche Dinge ausprobiert und möchten Dich nun an den Ergebnissen teilhaben lassen, damit auch Du Deiner Katze helfen kannst, wenn Deine Katze häufig brechen muss.

Unser Sorgenkind Leo hatte sich scheinbar einen Magen-Darm-Virus eingefangen, sodass wir das große Problem hatten: Unsere Katze kotzt ständig. Irgendetwas passte bei ihm im Körper nicht zusammen, sodass er sich sehr regelmäßig übergeben musste.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gelegentliches Erbrechen, meist Haare, ist normal, tägliches Erbrechen nicht.
  • Bei mehreren Katzen zuerst klären, welche Katze betroffen ist.
  • Auch das Katzenklo beobachten: heller, weicher Kot deutet auf eine Infektion hin.
  • Bei anhaltenden Beschwerden zum Tierarzt fahren, bei Leo halfen eine Spritze und Schonkost.

Natürlich ist es normal, wenn deine Katze sich hin und wieder erbricht. Meist handelt es sich um Haare, die im Magen nicht verarbeitet werden konnten und somit auf anderem Wege wieder ausgeschieden werden müssen.

Unseren Erfahrungen nach, kommt es jedoch höchstens 1 x pro Woche vor, dass eine Katze kotzt (zu hektisches Fressen mal ausgenommen - das kann auch zu einem generellen Problem werden). Bei deutlich abweichendem Verhalten, deutet alles auf Katzenkrankheiten hin.

Katze kotzt täglich mehrfach

Bei Leo war es nun so, dass er sich jeden Tag übergeben musste. Mal war es direkt nach dem Essen soweit (egal ob nach dem Trockenfutter oder nach dem Nassfutter) und mal kotzte er aus heiterem Himmel ohne erkennbare äußere Anzeichen.

Jeden Tag, wenn wir von der Arbeit nach Hause kamen, war das erste, was wir taten, ein Rundgang durch die Wohnung. Musste wieder eine unserer Katzen kotzen? Oder war diesmal alles gut?

Leider fanden wir jeden Tag eine Stelle, an der sich eine Katze übergeben hatte.

Bei 2 Katzen in einer Wohnung ist es zunächst wichtig, zu identifizieren, ob beide Katzen betroffen waren, oder ob lediglich eine Katze Schwierigkeiten bei der Verdauung hat.

Zum Glück wurde sehr schnell deutlich, dass “nur” Leo Probleme hatte. Clio hingegen war putzmunter und hat sich während der Erkrankung glücklicherweise auch nicht angesteckt.

Was tun, wenn die Katze kotzt?

Nachdem wir herausgefunden hatten, wer der Übeltäter war, ging die Analyse nun weiter.

  • Gibt es äußere Anzeichen, die auf eine Infektion oder eine Magen-Darm Erkrankung unsere Katze hindeuten könnten?

Die schnelle Antwort: Nein. Leo spielte munter wie gewohnt, jagte jedem Spielzeug wie gewohnt hinterher und war keineswegs appetitlos.

Unsere erste Laien-Diagnose deutete auf eine Magenverstimmung hin, die sich mit Sicherheit wieder legen würde. Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden und wir haben gehofft, dass etwas, das von alleine kommt, auch von alleine wieder gehen würde. Katzen haben ja bekanntermaßen Fähigkeiten, sich selbst zu heilen.

Leider hielten die Beschwerden aber weitere Tage an, sodass wir langsam unruhig wurden. Immerhin war er weiterhin putzmunter, tobte und fraß auch ganz normal weiter. Das Fell war ebenfalls schön weich und seidig - alles also wie immer.

Unsere zweite Idee war eine plötzlich auftretende Futterallergie, die scheinbar von heute auf morgen auftreten könnte. Glücklicherweise bestätigte sich diese Vermutung jedoch nicht.

Katze kotzt und der Kot ist hell

In den folgenden 2 Tagen wurde es jedoch nicht besser. Zusätzlich entdeckten wir, dass sich der Kot hell färbte und weicher als sonst wurde. Ein klares Zeichen für eine Infektion.

Merke: Wenn Deine Katze Anzeichen einer Krankheit zeigt, beobachte immer auch das Katzenklo auf Veränderungen!

Im Internet liest man bei diesen Symptomen die wildesten Geschichten, von einer Magenschleimhautentzündung bei Katzen (Gastritis) oder einem Magengeschwür bei Katzen sowie weiteren abenteuerlichen Diagnosen. Bitte mache Dich nicht direkt verrückt wenn Du so etwas liest, sondern besuche bei anhaltendem Erbrechen schnell Deinen Tierarzt.

Katzen sind bei Krankheiten den Menschen sehr ähnlich. Auch wenn man die gleichen Symptome aufweist, so können die Ursache und die Diagnose einer Erkrankung dennoch ganz unterschiedlich sein.

Nur der Tierarzt kann Dir eine wirkliche Aussage dazu geben, wie es Deiner Katze gerade geht und sie wenn nötig intensiv untersuchen.

Was kann man tun, wenn die Katze ständig kotzt?

Leo beim Tierarzt

Leo beim Tierarzt

Am wichtigsten bei anhaltenden Beschwerden ist die Fahrt zum Tierarzt!

Neben dem Gang zum Tierarzt war eine Umstellung der Ernährung auf Schonkost bei uns von Erfolg gekrönt, um dem Magen die Gelegenheit zu geben, regenerieren zu können und nicht permanent auf Hochtouren arbeiten zu müssen.

Aber was bedeutet Schonkost bei Katzen? Wir haben in dieser Zeit komplett auf Trockenfutter und Nassfutter verzichtet und anstelle dessen nur gekochtes Hähnchenfleisch oder in der Mikrowelle aufgetautes Fischfilet (Wichtig: Dieses Fischfleisch darf natürlich KEINE Fischgräten enthalten) gefüttert.

Unser Weg zum Tierarzt war mal wieder eine Tortour. Jämmerliche Schreie und ein verängstigter Kater waren das Ergebnis, als wir endlich nach einer schier endlosen Fahrt (10 Minuten) vor der Praxis geparkt hatten. Ein guter Autofahrer wird Leo wohl leider niemals werden.

Nach der obligatorischen Wartezeit konnte die Tierärztin Leo endlich untersuchen. Außer glühend warmen Ohren (durch den ganzen Stress und die Aufregung), zeigte unser Kater jedoch keine Auffälligkeiten.

Eine Fiebermessung bestätigte: Kein Fieber!  Jetzt tastete die Tierärztin noch den Bauch ab, um Auffälligkeiten zu bemerken. Aber auch das Abtasten zeigte keinerlei Verhärtungen im Bereich des Darms.

Aus unserer Schilderung, unsere Katze kotzt ständig und hinterlässt hell gefärbten Kot, diagnostizierte die Tierärztin dann einen Magen-Darm-Infekt, der mit einer Spritze schneller auskuriert werden kann. In der Spritze war “Buscopan” in einer Dosierung, wie es auch Kinder bei Magen- und Darmproblemen einnehmen. Als Nebenwirkung gab sie uns noch mit, dass glasige Augen und große Pupillen auftreten könnten, aber von selbst wieder verschwinden.

So kam es dann auch, als wir zu Hause waren. Leo wirkte ein wenig schlapp und zeigte die eben genannten Symptome, die sich jedoch nach 1,5 - 2 Stunden wieder von allein normalisierten.

Die folgenden Malzeiten waren geprägt von Schonkost: Gekochtes Hühnchenfleisch und grätenloser Fisch standen plötzlich für Leo und Clio auf dem Speiseplan.

Clio fand diese kurzfristige Ernährungsumstellung etwas gewöhnungsbedürftig, konnte sich dann jedoch sehr gut mit dem Hühnchen anfreunden ;-) Schonkost für Katzen sollte immer in kleinen Portionen gegeben werden. Dafür dann jedoch 4-5 Mal pro Tag, um immer nur kleine Mengen zur Verdauung zu geben.

Als Leo dann 48 Stunden kotzfrei war, probierten wir vorsichtig eine kleine Portion Nassfutter. Das Ergebnis: Keine Probleme bei der Verdauung.

Am darauf folgenden Tag testeten wir dann wieder eine kleine Portion Trockenfutter. Auch dies konnte er ohne Probleme fressen.

Dennoch waren wir nach jeder Mahlzeit geradezu paranoid und hörten überall das Geräusch von einer würgenden Katze, obwohl alles in Ordnung war. Hachja, auch die Katzeneltern nimmt eine solche Krankheit etwas mit.

Fazit:

Eine kleine Spritze und jede Menge Schonkosten lösten das Problem “Katze kotzt ständig” schließlich sehr gut. Und auch unser Laminat hat den “Wassertest” problemlos überstanden ;-)

Auch gut geeignet für die kurzfristige Selbstmedikation sind Schüßlersalze für Katzen - schau doch einmal rein!

Leo

Geschrieben von Bastian Behrens

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns